Bisso

Zwischen Tradition und Magie


Die Geschichte der Segel aus Meerseide besteht aus Wahrheit und Fantasie, aus Tradition und ein bisschen Magie. Nur ein paar Handwerker haben das Geheimnis ihrer Herstellung behalten und geben es von Generation zu Generation weiter. Die Meerseide hat eine Geschichte, die im Laufe der Jahre verblasst ist. Die Bibel spricht von einem Stoff des König Salomon, der Königin Hecuba und auch Aristoteles berichtet von diesem wertvollen Produkt. Die Tradition dieser Herstellung hat antike Wurzeln auf unserer Insel. Hier auf der Insel trägt nur eine ausgebildete Frau, Chiara Vigo, das Handwerk weiter, welches sie schon von ihrer Großmutter gelernt hat. Jedoch verbietet das Gesetz diesen Stoff zur eigenen Bereicherung zu nutzen, er muss also ein Gemeingut bleiben, heute wie damals.


Wie der Bisso geboren wird

Das Extrahieren der Faser und seine anschließende Verarbeitung sind sehr schwierig und komplex. Es sind natürliche Methoden  von Nöten, die teilweise an Magie grenzen. Die Meerseide ist eine Art natürlicher Seidenfaden, der von einigen Meeresweichtieren (pinna nobilis) gewonnen wird, die vor allem im mediterranen Raum vorkommen. Zu antiken Zeiten wurden die Kleidung und die Gewänder der reichen Leute aus diesem kostbaren Stoff gewebt. Heute ist die Pinna Nobolis, ein Schalentier, das bis zu einem Meter lang werden kann, wegen Überfischung vom Aussterben bedroht. Deshalb wurde die Produktion dieser speziellen Seide weitgehend eingestellt, und wahrscheinlich die einzige und letzte Person, die dieses Meisterwerk beherrscht und ausführt ist Chiara Vigo aus Sardinien. Die Meerseide hat auch ein enormes Heilungspotenzial, das die Fischer vor langer Zeit schon zu schätzen wussten. So haben sie die Seide zur Heilung ihrer Wunden genutzt, die sie sich beim Angeln zugezogen hatten.